Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité in der Krahmerstr. 1, Foto: Charité

Über das Institut

Das Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin ist eine von acht Einrichtungen des CharitéCentrums für Diagnostische und präventive Labormedizin (CC5).
Erfahren Sie mehr über das Institut für Hygiene und Umweltmedizin:

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Erfolge in der Infektionsprävention

Zum Video des Robert-Koch-Instituts: "Mit KISS zum Erfolg!"

Die Leistungen des Hygiene-Instituts als Referenzzentrum für die Surveillance nosokomialer Infektionen sind auch auf nationaler Ebene hoch anerkannt.

So erhielt Frau Prof. Dr. Petra Gastmeier, Leiterin des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin an der Charité Berlin, den  "Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention 2015" von der Robert-Koch-Stiftung (RKI).

In dem Film des RKI "Mit KISS zum Erfolg!" stellen die Preisträgerin und ihr Team das Krankenhaus-Infektions-Surveillance-Systems (KISS) und die tägliche Arbeit am Hygiene-Institut vor.

Geschichte des Instituts und der Hygiene

Foto: Archiv Robert-Koch-Institut

Erfahren Sie mehr über die Geschichte der Hygiene und Ihrer langen Tradition an den Berliner Universitäten.

Die CharitéUniversitätsmedizin Berlin feierte im Jahr 2010 ihr 300-jähriges Jubiläum. In diesem Rahmen hat das Institut für Hygiene und Umweltmedizin eine Broschüre zur Geschichte der Hygiene an den Berliner Universitäten herausgegeben. Sie soll zur Aufarbeitung der historischen Zusammenhänge der Disziplin dienen:

125 Jahre Hygiene-Institute an Berliner Universitäten – Eine Festschrift (PDF)

Hygiene in Berlin – damals und heute

Frosch, in: Fotoalbum zum Abschied von Robert Koch 1891) / Foto: Archiv Robert-Koch-Institut
Frosch, in: Fotoalbum zum Abschied von Robert Koch 1891) / Foto: Archiv Robert-Koch-Institut

Die Anfänge der Hygiene in Berlin liegen weit vor dem 1. Juli 1885, an dem das Hygiene-Institut an der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin mit Robert Koch (1843–1910) als seinem Direktor und Inhaber des neu errichteten Lehrstuhls für Hygiene eröffnet wurde.

Will man die Entstehung des Hygiene-Instituts verstehen, so ist sowohl früher anzusetzen als auch die Perspektive zu erweitern und darauf einzugehen,

  • was damals überhaupt unter Hygiene verstanden,
  • wie hygienisch gedacht und gehandelt wurde und
  • wer sich der Hygiene als Wissenschaft, als Praxis oder auch als gesellschaftliche Denkungsart annahm.

Erst vor diesem Hintergrund wird verständlich, welche Ziele und wessen wissenschaftspolitische Ambitionen mit der Berufung Kochs in Berlin verwirklicht wurden.

Geschichte der Hygiene

Hygíeia oder Hygeía (griechisch Ὑγίεια oder Ὑγεία – Gesundheit) ist in der griechischen Mythologie eine der Töchter des Asklepios. Sie ist eine Göttin der Gesundheit und gilt als Schutzpatronin der Apotheker.

Hygiene = die Lehre von der Erhaltung und Pflege der Gesundheit.

Gesundheitspflege dürfte so alt sein wie die Menschheitsgeschichte. Bereits 4500 v. Chr. in der babylonischen-assyrischen Geschichte waren Techniken der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung bekannt. Bei den Römern war es verboten, Leichen in den Städten zu begraben. Obwohl man noch nichts über Entstehung und Ursachen von Erkrankungen wußte, gab es Verbote und Gebote zur Gesunderhaltung. Aufgrund von Beobachtungen wurden Regeln aufgestellt, die z.T. aus Gründen der Durchsetzbarkeit in Form religiöser Gebote gekleidet wurden.

Im 14. Jahrhundert in Zeiten der großen Seuchen wie Pest und Lepra wurde zum ersten Mal in Venedig die Quarantäne eingeführt, deren Dauer 40 Tage betrug.

Im 18. Jahrhundert gelang dem englischem Landarzt Dr. Jenner ein weiterer wichtiger Schritt, er entwickelte die Pockenschutzimpfung, die dann vielerorts durchgeführt wurde. 1976 war der letzte Pockenfall bei Menschen. Die Welt wurde von der WHO für pockenfrei erklärt.

Die wissenschaftlich begründete Hygiene in Deutschland entwickelte Max von Pettenkofer. Er erkannte die große Bedeutung der Gesundheitslehre für den Einzelnen und für die Gemeinschaft. 1853 hielt er in München das erste experimentelle Kolleg über Hygiene. 1865 wurde er, aufgrund seiner Anregungen, mit der ersten Professur für Hygiene in München betraut.
In den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts gelang es Robert Koch mit seinen Studien über den Milzbranderreger bestimmte Mikroorganismen für bestimmte Infektionen nachzuweisen.

1847/48 führte Semmelweis aseptische Maßnahmen ein: die Händedesinfektion mit Chlorkalk. An der ersten Gebärklinik des allgemeinen Krankenhauses in Wien starben 1846 18% der Mütter an Kindbettfieber, der Puerperalsepsis, und zwar in jenen Kreißsälen, in denen junge Ärzte und Medizinstudenten - aus der Pathologie kommend - die Frauen untersuchten. In den Kreißsälen, in denen Hebammen tätig waren, starben nur 2-3% der Frauen an Kindbettfieber. Semmelweis führt die obligate Händewaschung mit einer Chlorkalklösung ein, mit Erfolg. Innerhalb von zwei Jahren sank die Letalitätsrate auf 1,2%.

Gegen die "Fäulnis" von Wunden ging erstmals der englische Chirurg Joseph Lister mit der aus Steinkohlenteer gewonnenen Karbolsäure vor, angeregt durch die damals eingeführte Behandlung stinkender städtischer Abwasserteiche.

Ende des 19. Jahrhunderts kam das erste Desinfektionsmittel auf den Markt.
1928 wurde durch Sir Alexander Fleming das Anibiotikum Penicillin entdeckt gewonnen aus dem Schimmelpilz Penicillium notatum.

Mit der Entdeckung des Penicillins, der Einführung der Asepsis und Antisepsis, der Schutzimpfungen und Isolierungsmaßnahmen glaubte man nun Anfang des letzten Jahrhunderts die Infektionen besiegt zu haben. Aber bereits Anfang der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurden erste Resistenzen gegen Penicillin bekannt.