Die wichtigsten Krankheitserreger

Informieren Sie sich über die wichtigsten Krankheitserreger mit Resistenzproblematik im Krankenhaus.

Sie befinden sich hier:

Informationen zu den wichtigsten Erregern im Krankenhaus und Antibiotikaresistenz

Hier finden Sie Informationen zu den klinisch relevanten Erreger im Krankenhaus. Einige Erreger entwickeln zunehmend Resistenzen gegen Antibiotika und stellen so die Antibiotikatherapie in Krankenhäusern vor neue Herausforderungen.

MRSA (Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus)

In der Öffentlichkeit sind nach wie vor die MRSA (Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus) die bekanntesten multiresistenten Erreger. Sie rufen ebenso wie die "normalen" Staphylococcus aureus (Eitererregende Bakterien, die regelmäßig auf der Haut oder in der Nase gesunder Menschen gefunden werden) vor allem Lungenentzündungen, Sepsis und Wundinfektionen hervor, die man in der Regel aber noch gut therapieren kann.

Methicillin ist ein Antibiotikum. Resistent bedeutet, dass Bakterien unempfindlich gegen dieses und andere Antibiotika geworden sind und daher nicht mehr erfolgreich mit diesem Antibiotikum behandelt werden können.

Noch vor 10 Jahren war es meist so, dass die Patienten MRSA im Rahmen der aktuellen medizinischen Behandlung erworben haben. Das hat sich inzwischen deutlich gewandelt. Unter anderem, um später nachweisen zu können, dass der Patient bereits bei Aufnahme in das Krankenhaus mit diesem Erreger kolonisiert war, haben inzwischen viele Krankenhäuser – zumindest bei Risikopatienten - ein Aufnahmescreening auf MRSA eingeführt. Dabei zeigt sich, dass mittlerweile nur noch zwischen 3 bis 20 % der Patienten den MRSA bei der aktuellen Krankenhausbehandlung erwerben, die meisten bringen diese Erreger inzwischen von vorhergehenden medizinischen Behandlungen mit oder haben ihn auf anderem Wege erworben.

MRGN (Multiresistente Gramnegative)

Unter diesem Sammelbegriff wird eine Gruppe von Bakterien zusammengefasst, die resistent, das heißt unempfindlich, gegen häufig eingesetzte Antibiotika sind.

Resistenzen gegen eine oder zwei Antibiotikaklassen sind recht häufig und weniger problematisch. Deshalb ist in Kliniken vor allem von 3- bzw. 4-MRGN die Rede, also von Bakterien, die gegen vier (4MRGN) oder gegen drei (3MRGN) Gruppen von Antibiotika resistent sind.

Die als 3- bzw. 4-MRGN klassifizierten Bakterien können im Magen-Darm-Trakt, im Nasen-Rachen-Raum oder auf der Haut vorkommen. Sie treten besonders häufig da auf, wo viele Antibiotika eingesetzt werden (z.B. im Krankenhaus, aber auch in der Landwirtschaft) und stellen seit einigen Jahren Ärzte bei der Behandlung von infizierten Patienten vor große Herausforderungen.

Infektionen mit Bakterien, die als 3- bzw. 4-MRGN bezeichnet werden, verlaufen häufig langwierig und schwerer als Infektionen mit weniger resistenten Bakterien.

Gesunde Menschen, die mit MRGN-Bakterien besiedelt sind, bezeichnet man als "kolonisiert" oder "MRGN-Träger". Für ein gesundes Abwehrsystem stellen die Bakterien aber kein großes Problem dar. Die Einnahme von Medikamenten ist erst notwendig, wenn eine Infektion eintritt, d.h. wenn die Bakterien Krankheitszeichen wie Fieber und Entzündungen der Harn- oder Atemwege etwa auslösen.

VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken)

Enterokokken sind Bakterien, die normalerweise im Darmtrakt des Menschen leben und unsere Nahrung verdauen, Gelegentlich können sie Ursache von Infektionen sein, z.B. Harnweginfektionen, Wundinfektionen, Sepsis.

In einigen Fällen sind die Bakterien unempfindlich (resistent) gegen das Antibiotikum Vancomycin, dann spricht man von Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE). In der Normalbevölkerung sind bereits ca. 2-5 % der Patienten VRE-Träger im Darm.

ESBL (Extended Spectrum Beta-Lactamase-bildende Bakterien)

Sie treten u.a. bei Escherichia coli und Klebsiella pneumoniae auf. Die Antibiotika-empfindliche Variante dieser Erreger kommt auch im Darmtrakt des Menschen vor. Wenn sie in die Harnwege oder Atemwege gelangen, können sie Harnweginfektionen, Atemweginfektion, Wundinfektionen hervorrufen, auch Sepsis (Blutvergiftung).

Diese Erreger haben sich in ihrer Häufigkeit seit 2005 mehr als verdreifacht.

Wenn ein Patient eine Infektion mit diesem gramnegativen Erreger hat, helfen oft nur noch die Antibiotika der Klasse der "Carbapeneme". Dementsprechend hat sich auch die Carbapenem-Anwendung in den letzten Jahren verdoppelt.

In verschiedenen Regionen der Welt (Indien, Pakistan, Golfregion, östliches Mittelmeer) dominieren inzwischen sogar Carbapenem-resistente E.coli, sie sind teilweise - wie in Indien - sogar schon in der Umwelt zu finden.

Bei diesen Erregern versucht man aus Mangel an Alternativen mit einem seit langem bekannten Antibiotikum zu therapieren, das man früher wegen seiner Nebenwirkungen ausgemustert hatte, mit Colistin.

In der Normalbevölkerung sind bereits ca. 3-5 % der Patienten ESBL-Träger im Darm.