Krankenhausinfektionen vermeiden

Informieren Sie sich über die Maßnahmen der Charité – Universitätsmedizin Berlin zur Vermeidung von Krankenhausinfektionen.

Das Institut für Hygiene und Umweltmedizin stellt Tipps zur Vorbeugung der verbreitesten Krankenhausinfektionen für Patienten bereit:

  • Wundinfektionen nach Operationen
  • Katheter-assoziierte Blutstrominfektionen
  • Katheter-assoziierte Harnweginfektionen

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Wundinfektionen nach Operationen

Etwa 1-3 % der operierten Patienten entwickeln nach der Operation (OP) eine Infektion im Bereich der Operationswunde. Symptome sind Rötung der Haut und Schmerzen in diesem Bereich, Absonderungen aus dem Wundbereich und Fieber. Man kann diese Infektionen durch Antibiotika-Anwendungen behandeln, teilweise ist ein zusätzlicher Eingriff notwendig.

Was machen die Charité-Mitarbeiter zur Vermeidung von Wundinfektionen nach Operationen?

Vor der OP: z.B. Haarentfernung unmittelbar vor der OP, Hautdesinfektion

Während der OP: z.B. Antibiotika-Prophylaxe 30-60 min. vor Beginn der OP, gründliche Händedesinfektion des Chirurgen und Tragen von steriler OP-Kleidung und sterilen OP-Handschuhen

Nach der OP: Verschluss der Wunde mit einem sterilen Verband

Wie können Sie zur Vorbeugung beitragen?

Vor der OP: Informieren Sie die Ärzte über Allergien, Vorerkrankungen wie Diabetes, auffällige Hautausschläge oder -rötungen an der Stelle, wo operiert werden soll. Aber auch Übergewicht kann ein zusätzliches Risiko darstellen. Das Rauchen sollte gestoppt werden!

Nach der OP: Vor jeder Untersuchung sollten alle Mitarbeiter eine Händedesinfektion durchführen, sprechen Sie die Mitarbeiter an, wenn Sie es nicht beobachtet haben. Familienmitglieder und Freunde sollten auch eine Händedesinfektion vor dem Besuch durchführen, sie sollten nicht die Wunde oder den Verband berühren.

Was sollte nach Krankenhausentlassung beachtet werden?

  • Lassen Sie sich vom medizinischen Personal informieren, was Sie zum Umgang mit der Wund zu Hause wissen müssen.
  • Führen Sie immer eine Händedesinfektion durch, bevor Sie die Wunde berühren.
  • Lassen Sie sich informieren, wo Sie sich bei Problemen melden sollen.
  • Wenn Sie Symptome wie Rötung und Schmerz an der OP-Wunde, Absonderungen aus dem Wundbereich oder Fieber haben, kontaktieren Sie sofort den Arzt!

Katheter-assoziierte Blutstrominfektionen

Gefäßkatheter werden in die Venen des Körpers eingeführt (am Hals, an der Brust, am Arm oder in der Leiste). Sie werden genutzt, um Blutproben für die Diagnostik zu entnehmen oder Arzneimittel zu verabreichen. Für Mikroorganismen stellen sie eine potentielle Eintrittspforte in den Körper dar.

Im Falle einer Katheter-assoziierten Infektion entwickelt der Patient Fieber und Schüttelfrost, oder die Haut um die Eintrittsstelle schmerzt und ist gerötet. Man kann diese Infektionen durch Antibiotikagabe behandeln, in der Regel wird der Katheter gezogen.

Was machen die Charité-Mitarbeiter zur Vermeidung dieser Infektionen?

  • legen des zentralen Venenkatheters unter sterilen Bedingungen (Händedesinfektion, sterile Handschuhe, Kittel des Arztes, Hautdesinfektion des Patienten und sterile Abdeckung der Eintrittsstelle)
  • legen des peripheren Venenkatheters nach Hautdesinfektion des Patienten und Händedesinfektion des Mitarbeiters
  • tägliche Überprüfung, ob der Katheter noch notwendig ist
  • Händedesinfektion vor jedem Handgriff am Katheter oder am Infusionssystem
  • sorgfältiger Umgang mit Flüssigkeiten, die über den Katheter verabreicht werden sollen

Wie können Sie zur Vorbeugung beitragen?

  • Bitten Sie die Ärzte oder das Pflegepersonal um Erklärung, warum sie den Katheter benötigen und wie lange er liegen soll.
  • Beobachten Sie, ob die notwendigen Hygienemaßnahmen im Umgang mit dem Katheter vom Personal eingehalten werden, insbesondere ob vor jeder Tätigkeit am Katheter oder am Infusionssystem eine Händedesinfektion erfolgt. Sprechen Sie die Mitarbeiter ggf. darauf an!
  • Wenn der Verband an der Eintrittsstelle feucht oder schmutzig geworden ist, informieren Sie das Pflegpersonal.
  • Informieren Sie das Pflegpersonal, wenn die Umgebung der Eintrittsstelle gerötet ist oder schmerzt.
  • Familienmitglieder und Freunde sollten auch eine Händedesinfektion vor dem Besuch durchführen, sie sollten nicht den Katheter oder das Infusionssystem berühren.

Was sollte nach Krankenhausentlassung beachtet werden?

  • Sofern der Katheter vor der Entlassung noch nicht gezogen werden kann, lassen Sie sich vom medizinischen Personal über den Umgang mit dem Katheter genauestens informieren! Fragen Sie z.B., ob Sie mit dem Katheter duschen dürfen und wie Sie den Verbandswechsel durchführen sollen.
  • Führen Sie immer eine Händedesinfektion durch, bevor Sie am Katheter Hand anlegen.
  • Beobachten Sie sich im Hinblick auf das Auftreten von Symptomen wie Schmerzen und Rötung an der Eintrittsstelle oder Fieber und kontaktieren Sie bei Auftreten sofort den Arzt!

Katheter-assoziierte Harnweginfektionen

Harnwegkatheter werden in die Blase eingeführt (über die Harnwege oder die Bauchhaut) und benutzt, um den Harn abzuleiten oder den Umfang der Ausscheidung zu messen. Für Mikroorganismen stellen sie eine potentielle Eintrittspforte in den Körper dar.

Im Falle einer Katheter-assoziierten Harnweginfektion entwickelt der Patient Fieber, Brennen und Schmerzen im Unterbauch, eventuell ist der Urin blutig. Bei manchen Patienten treten diese Symptome aber trotz Infektion nicht auf.

Man kann Harnweginfektionen durch Antibiotikagabe behandeln, wenn möglich wird der Katheter gezogen.

Was machen die Charité-Mitarbeiter zur Vermeidung dieser Infektionen?

  • Harnwegkatheter werden nur gelegt, wenn es medizinisch notwendig ist und auch so bald wie möglich gezogen!
  • Es erfolgt eine Hautdesinfektion vor dem Legen, eventuell werden auch alternative Methoden der Katheterisierung verwendet (intermittierendes Katheterisieren, Kondomkatheter).
  • Wichtige Punkte der Katheterhygiene: Händedesinfektion vor jedem Handgriff am Katheter, möglichst wenig Trennungen zwischen Katheter und Urinableitbeutel, Vermeiden von Abknicken und Rückfluss, regelmäßiges Ausleeren des Urinbeutels.

Was können Sie zur Vorbeugung beitragen?

  • Fragen Sie jeden Tag, ob der Katheter noch gebraucht wird.
  • Beobachten Sie, ob die notwendigen Hygienemaßnahmen im Umgang mit dem Katheter eingehalten werden, insbesondere ob vor jeder Tätigkeit am Katheter oder am Infusionssystem eine Händedesinfektion erfolgt. Befolgen Sie diese Regeln auch selbst!
  • Der Urinbeutel sollte immer unter Blasenniveau gehalten, also nicht höher als auf Oberschenkelhöhe platziert werden.
  • Nicht am Katheter ziehen oder zerren, nicht die Katheterverbindung drehen! Sollten Sie das Gefühl haben, der Katheter sitzt nicht richtig, informieren Sie das Personal.

Was sollte nach Krankenhausentlassung beachtet werden?

  • Sofern der Katheter vor der Entlassung noch nicht gezogen werden kann, lassen Sie sich vom medizinischen Personal über den Umgang mit dem Katheter genauestens informieren.
  • Beobachten Sie sich im Hinblick auf das Auftreten von Symptomen wie Brennen und Schmerzen, Fieber, vermehrte Urinausscheidung und kontaktieren Sie bei Auftreten sofort den Arzt.