Informationen für Patienten und Angehörige

Informieren Sie sich über wichtige Themen aus den Bereichen

  • Krankenhaushygiene und
  • Infektionsprävention.

Und finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Ihrem Aufenthalt oder Besuch an der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

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Wie ist die Krankenhaushygiene an der Charité Berlin organisiert?

Die ärztlichen und nicht-ärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hygiene-Instituts unter der Leitung von Frau Prof. Petra Gastmeier vereinen für alle drei Standorte der Charité das Fachwissen und die Kompetenz der Infektionsprävention und Hygiene.

An jedem Campus der Charité gibt es ein Hygieneteam, bestehend aus einem zuständigen Oberarzt, Assistenzärzten und Hygienefachkräften. Während die ärztlichen Mitarbeiter nach dem Medizinstudium die fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin absolviert haben bzw. absolvieren, sind alle Hygienefachkräfte geprüfte Pflegekräfte, welche eine zweijährige Zusatzausbildung zur Fachkrankenschwester bzw. zum Fachkrankenpfleger für Hygiene absolviert haben bzw. absolvieren. An allen drei Standorten ist somit ein Team mit langjähriger Erfahrung auf dem Gebiet der Krankenhaushygiene tätig.

Zusätzlich gibt es im klinischen Bereich speziell geschultes hygienebeauftragtes Pflegepersonal und hygienebeauftragte Ärzte. Diese Kollegen werden regelmäßig zu Hygienethemen fortgebildet und sind wichtige Ansprechpartner zu Themen der Hygiene an der Charité.

Das Institut für Hygiene verfügt auch über ein eigenes krankenhaushygienisches Labor, in dem Proben von Patienten auf Krankheitserreger getestet, Untersuchungen zur technischen Krankenhaushygiene (z.B. Kontrollen von medizinischen Geräten) und zur Identifizierung von Infektionsübertragungen durchgeführt werden. Das Hygiene-Institut ist auch für die Ausbildung der Medizinstudenten auf diesem Gebiet zuständig.

Viermal pro Jahr tagt unter der Leitung des Ärztlichen Direktors die sogenannte Hygienekommission der Charité. Hier werden mit den hygienebeauftragten Ärzten der einzelnen Kliniken aktuelle Fragen der Infektionsprävention besprochen. Zusätzlich gibt es auf jeder Station hygienebeauftragtes Pflegepersonal, das regelmäßig zu diesem Thema fortgebildet wird und erster Anlaufpunkt auf den Stationen ist. Neu eingestelltes Personal wird in einer Einführungsveranstaltung mit den wichtigsten Prinzipien der Infektionsprävention vertraut gemacht.

Was tut die Charité Berlin, um Krankenhausinfektionen zu vermeiden?

Die Charité erfüllt die Vorgaben der Berliner Hygieneverordnung zur Beschäftigung von Hygienefachpersonal. Das Hygienefachpersonal entscheidet gemeinsam über die wichtigsten Maßnahmen zur Infektionsprävention. Diese werden im Hygieneleitfaden der Charité fixiert und routinemäßig an die spezifischen Erfordernisse der einzelnen Risikobereiche angepasst. Alle Mitarbeiter werden regelmäßig entsprechend geschult und die Umsetzung der Maßnahmen wird vor Ort kontrolliert. In den wichtigsten Risikobereichen (z.B. Intensivstationen) erfolgt eine kontinuierliche Überwachung der nosokomialen Infektionen. Gleichzeitig ist eine umfangreiche Überwachung aller multiresistenten Erreger gewährleistet.

Patienten, die zu bestimmten Risikogruppen gehören, werden bereits bei Aufnahme in die Charité auf multiresistente Erreger untersucht, um ggf. sofort geeignete Präventionsmaßnahmen einleiten zu können. Das krankenhaushygienische Labor untersucht darüber hinaus regelmäßig die Aufbereitungsqualität von wiederzuverwendenden Medizinprodukten (wie z.B. Endoskope), die Aufbereitungsleistung von Reinigungs-und Desinfektionsautomaten und anderer für die Krankenhaushygiene relevanter Technik. Mit Hilfe von Typisierungsuntersuchungen können im Verdachtsfall Übertragungsereignisse von Bakterien identifiziert werden.

Wegen der großen Bedeutung der Händehygiene für die Vermeidung der Übertragung von Infektionserregern werden Untersuchungen zur Einhaltung der Händehygiene durchgeführt und der Verbrauch von alkoholischem Händedesinfektionsmittel regelmäßig erfasst und ausgewertet.

Das Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité hat auch national eine große Bedeutung im Rahmen der Infektionsprävention im Krankenhaus: Es ist das Nationale Referenzzentrum für die Surveillance von nosokomialen Infektionen und koordiniert die nationale Händehygiene-Kampagne "Aktion Saubere Hände". Darüber hinaus arbeitet es eng mit den Kollegen der European Centres for Prevention and Disease Control (ECDC) zusammen sowie mit Kollegen aus vielen anderen europäischen Ländern im Rahmen von europäischen Drittmittelprojekten.