Forschung am Institut für Hygiene und Umweltmedizin

Die Forschung im Institut für Hygiene und Umweltmedizin konzentriert sich auf die Bereiche:

  • Surveillance von nosokomialen Infektionen und multiresistenten Erregern
  • Evidenz-basierte Infektionspräventionsmaßnahmen und ihre Umsetzung
  • molekularbiologische Untersuchungen zur Identifikation von Infektionsketten
  • technische Untersuchungen zur Hygiene

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Bundesweite Hygieneprojekte des Instituts

Nationale Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen (NRZ)

Das Nationale Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen (NRZ) stellt für Krankenhäuser die zentrale Referenzdatenbank für nosokomiale Infektionen (KISS) zur Verfügung. Diese Infektionsdaten erlauben gezielte Risikofaktorenanalysen und stellen die Grundlage für wichtige Entscheidungen zur Infektionsprävention in Deutschland dar.

Die Funktionen des NRZ wird durch das Institut für Hygiene und Umweltmedizin der CharitéUniversitätsmedizin Berlin ausgeübt. Die Verwaltung der Nationalen Referenzzentren obliegt dem Robert Koch Institut.

Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS)

1996 wurde vom NRZ eine Methode entwickelt, mit der Stationen und Abteilungen in die Lage versetzt werden sollten, nach einer einheitlichen Methode eine Surveillance nosokomialer Infektionen durchzuführen, die die wichtigsten Einfluß- und Risikofaktoren berücksichtigt und somit orientierende Vergleiche ermöglicht.

Die in den beteiligten Stationen und Abteilungen erhobenen Daten werden regelmäßig dem NRZ übermittelt und analysiert. Die zusammengefassten und anonymisierten Daten werden in geeigneter Form als Referenzdaten bereitgestellt.

Aktion Saubere Hände

Die "Aktion Saubere Hände" ist eine nationale Kampagne zur Verbesserung der Compliance der Händedesinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen. Sie wurde am 2008 mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit, vom Nationalen Referenzzentrum für Surveillance nosokomialer Infektionen, dem Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. sowie der Gesellschaft für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen ins Leben gerufen. Inzwischen nehmen mehr als 2.000 Gesundheitseinrichtungen an der Kampagne teil, darunter ca. 1.100 Krankenhäuser.

Das Institut für Hygiene und Umweltmedizin ist für die kontinuierliche Datenerhebung der drei Module – Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Ambulante Medizin – zuständig. Im Bereich Krankenhaus konnten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des Instituts zwar eine starke Verbesserung des Händehygieneverhaltens feststellen. Allerdings sind diese Compliance-Raten in den kommenden Jahren noch erheblich zu verbessern.

Surveillance der Antibiotikaanwendung und Resistenzsituation auf Intensivstationen (SARI)

SARI ist Teil eines Forschungsnetzwerkes zur Ausbreitung von nosokomialen Infektionen und resistenten Infektionserregern (SIR für Spread of nosocomial Infections and Resistent pathogens). Das Projekt erfasst die Anwendungsrate von Antibiotika und das Auftreten von Multi- Resistenten-Pathogenen-Bakterien (MRPB) auf Intensivstationen; die Ergebnisse werden den jeweiligen Intensivstationen rückgemeldet.

SARI startete im Februar 2000 auf 12 Intensivstationen, inzwischen nehmen 60 Stationen an SARI und 40 Stationen an SARI-light teil. Erfasst werden detaillierte Antibiotika-Daten.

Bis Ende 2006 wurde SARI vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technik gefördert. Das Projekt wird vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charté Berlin weitergeführt.