Institut für Hygiene und Umweltmedizin
Die AG Surveillance nosokomialer Infektionen beschäftigt sich mit dem Auftreten nosokomialer Infektionen an der Charité und nimmt die Projektleitung des Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS) innerhalb des Nationalen Referenzzentrums für Surveillance nosokomialer Infektionen in Deutschland war. Entwickeln sich bei Patienten während des stationären Aufenthaltes im Krankenhaus Infektionen, z.B. eine Wundinfektion nach einer Operation, spricht man von nosokomialen Infektionen (gr. Nosos – Krankheit, Nosokomeion - Krankenhaus). Die Registrierung solcher nosokomialen Infektionen und die nachfolgende Analyse zu Häufigkeit, Verteilung und Risikofaktoren wird als Surveillance bezeichnet. Das Ziel der Surveillance ist die Identifikation von Problembereichen und die Vermeidung von nosokomialen Infektionen.
Ansprechpartnerin ist Frau Dr. med. Christine Geffers.
Das Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS) ist ein Projekt unter Leitung des
Nationalen Referenzzentrums für Surveillance nosokomialer Infektionen. Es handelt sich dabei um ein nationales Netzwerk zur Überwachung von nosokomialen Infektionen, dem Vorkommen epidemiologisch relevanter Erreger (MRSA, VRE, ESBL, Clostridium difficile) und anderer infektionsrelevanter Parameter in Krankenhäusern (z.B. Händedesinfektionsmittelverbrauch, verschiedene Struktur- und Prozeßparameter). KISS stellt Krankenhäusern einheitliche und risikoadaptierte Methoden zur Surveillance in verschiedenen Bereichen bzw. Populationen und die, für das Datenmanagement notwendige, Software zur Verfügung. Neben der Bereitstellung einer nationalen Methode zur Durchführung der Surveillance generiert das KISS die Referenzdaten zur Häufigkeit nosokomialer Infektionen in Deutschland.
Die Charité verteilt sich mit über 3000 Betten auf vier Standorte, zu denen über 100 Kliniken und Institute, gebündelt in 17 CharitéCentren, gehören. Zur Sicherstellung eines hohen Niveaus der Infektionsprävention wird eine Surveillance nosokomialer Infektionen auf 12 Intensivstationen, nach bestimmten Operationen, bei allen in der der Charité behandelten Frühgeborenen unter 1500g Geburtsgewicht und bei neutropenischen Patienten auf Hämatologisch-Onkologischen Stationen durchgeführt. Darüber hinaus wird eine Surveillance von Multirestenten Erregern, Clostridium difficile assoziierter Diarrhoe und des Händedesinfektionsmittelverbrauchs in der gesamten Charité betrieben. Zur Optimierung eines günstigen Verhältnisses von Zeitaufwand und Nutzen, wird an einem elektronischen Algorithmus zur Identifikation von nosokomialen Infektionen gearbeitet.
| OÄ Dr. med. Christine Geffers t: +49 30 450 570035 |